foodsharing Göteborg - Teil eins

April 13, 2017 Bruno

Das erwartet euch in der vierteiligen Blogpost Serie:

  • wie foodsharing in Göteborg begann
  • die wichtigsten Herausforderungen, vor denen wir stehen
  • wie wir die Gemeinschaft aufbauen und organisieren
  • unsere Strategien für die Zukunft

Das ist hoffentlich für andere Orte hilfreich, die foodsharing starten wollen oder gerade dabei sind; und ganz besonders hoffe ich, dass wir Erfahrungen austauschen können.

Das funktioniert in unserer yunity slack Gruppe im #foodsaving-worldwide Kanal.

Wie alles begann

Die foodsharing Initivative in Göteborg, Schweden begann zweifellos wegen foodsharing aus Deuschland. Es gab hier vorher nichts dergleichen, soweit ich weiß, und aus meiner Erfahrung im Mülltauchen und dass ich die Anzahl der Leute hier kannte (facebook Gruppen mit tausenden Mitgliedern), war ich überrascht, dass bis jetzt noch niemand daran gedacht hat, so etwas in der Stadt zu organisieren.

Vielleicht musste man den Leuten einfach zeigen, was auch ich bei meinem letzten Besuch in Berlin 2015 entdeckt habe, als ich mit foodsharing eine Tour als Teil der Konferenz von Solidarity Economy (Solikon) gemacht habe.

Aber eine Idee vorzustellen, wie toll sie auch sein mag, und Leute mit an Board zu bekommen, ist nicht so richtig einfach, wie ich auf dieser wunderbaren Reise als food waste Aktivist gelernt habe. Ich bin vermutlich nicht am geeignetsten in der Gemeinschaften-Aufbauen-Rolle, im Sinne von Leute für eine Idee oder ein Projekt zu fesseln, aber ich habe herausgefunden, dass man auch dadurch, dass man wirklich etwas macht und anderen Leuten gegenüber offen ist, viele Leute motivieren kann, mitzumachen.

Nun, einige Monate nachdem ich foodsharing zum ersten mal auf einer örtlichen Konferenz vorgestellt habe, nach Erstellen der Facebook Gruppe und einer Wordpress Webseite, ist endlich etwas passiert, als ich einen Bekannten kontaktiert habe, der einen Ort für den ersten Gemeinschaftskühlschrank kennen könnte. Dieser Ort, der Transition Workshop, beherbergt eine DIY Fahrradwerkstatt und andere ähnlich gesinnte Initiativen, wie einen Hackerspace. Der perfekte Ort zum Starten!

Olle, der altgediente Mülltaucher, der beim Projekt mit dabei ist und mit mir den ersten Geminschaftskühlschrank und Fair-Teiler eingeweiht hat.

Wir konnten den ganzen Kühlschrank oft bis oben hin füllen!

Wie du vielleicht bemerkt hast, der Name der Initiative ist "Solidarity fridge" (Gemeinschaftskühlschrank oder "Solidariskt Kylskåp" auf Schwedisch) und das ist aus irgendeinem Grund der Name, der in den Köpfen der Leute hängen geblieben ist. Anfangs nannte ich es foodsharing und unsere facebook Gruppe hat noch beide Namen, aber irgendwie ergibt es doch mehr Sinn, den Kühlschrank ins Rampenlicht zu rücken, das war ja unser Startpunkt.

Wir hatten keine Kooperation mit irgendeinem Betrieb, deswegen wurde der Kühlschrank sporadisch von den Mülltauchern befüllt, bis unser allererster Foodsaver, ein Mann, der bei medium-sized supermarket arbeitet, von unsere Initiative gehört hat und seinen Boss überzeugt hat. Wir fingen an Brot zu retten (gigantische Säcke, bis heute ertrinken wir noch manchmal in Brot, da wir es noch nicht schaffen, alles wegzugeben) und einige Monate später haben wir dann alle Arten an Lebensmitteln gerettet.

Der zweite Kühlschrank und Fair-Teiler, in einer Bücherei. Essen für's Denken: Literatur beim Teilen

Wir haben jetzt vier Gemeinschaftskühlschränke in der ganzen Stadt verteilt (einschließlich der bei der Bücherei) aber sehr wenige Kooperationen. Das war eine der größeren Herausforderungen, die ich dann in den nächsten Posts beschreiben werde. Momentan arbeiten wir hart daran, die Basis zu errichten, das foodsharing Modell auf die ganzen anderen Regionen auszuweiten. Das heißt eine Gemeinschaft bilden, engagierte Leute anlocken, die Idee vorstellen, wie alles funktioniert und wichtige strategische Akteure finden, die uns dabei unterstützen, einschließlich Stadtbeamte.

foodsharing ist meiner Auffassung nach ein Basispunkt für Engagement und um Leute zu ermutigen sich gemeinsam gegen die Lebensmittelverschwendung einzusetzen und in Richtung einer neuen Kultur des allgemeinen Teilens zu handeln. Aber wir werden noch viele Herausforderungen meistern müssen, um das zu erreichen. Unser nächster Post geht um eben diese Herausforderungen aus der Göteborg/Schweden Perspektive.

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